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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Die Sprüche.

Kapitel 7.

Warnung vor den buhlerischen Künsten des ehebrecherischen Weibes. (Fortsetzung)

1 Mein Sohn, behalte meine Reden

und verwahre meine Gebote bei dir.
2 Behalte meine Gebote, so wirst du leben,
und meine Weisung wie deinen Augapfel.
3 Binde sie an deine Finger,
schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
4 Sprich zur Weisheit: Meine Schwester bist du!
und nenne die Einsicht "Vertraute",
5 daß du vor dem fremden Weibe bewahrt werdest,
vor der Auswärtigen, die einschmeichelnd redet.
6 Durch das Fenster nämlich meines Hauses,
durch mein Gitter schaute ich aus.
7 Da sah ich unter den unerfahrenen,
bemerkte unter den jungen Leuten einen unsinnigen Jüngling.
8 Der ging auf der Gasse, nahe einer Ecke,
und schritt in der Richtung nach ihrem Hause einher.
9 In der Dämmerung am Abende des Tags,
in schwarzer Nacht und Dunkelheit.
10 Da auf einmal tritt ihm ein Weib entgegen
im Huren-Anzug und mit heimtückischem Sinne -
11 leidenschaftlich ist sie und unbändig;
ihre Füße können nicht im Hause bleiben.
12 Bald ist sie auf der Straße, bald auf den Plätzen
und lauert neben jeder Ecke -
13 nun hat sie ihn gefaßt und geküßt;
mit frecher Miene sprach sie zu ihm:
14 Heilsopfer lagen mir ob;
heute habe ich meine Gelübde bezahlt.
15 Darum bin ich herausgegangen, dir entgegen,
um nach dir zu suchen, und habe dich nun gefunden.
16 Mit Decken habe ich mein Bette bedeckt,
mit buntgestreiften Teppichen von ägyptischem Garn.
17 Ich habe mein Lager besprengt
mit Balsam, Aloë und Zimmet.
18 Komm, wir wollen uns in Liebe berauschen bis zum Morgen,
wollen schwelgen in Liebeslust.
19 Denn der Mann ist nicht daheim;
er hat eine Reise in die Ferne angetreten.
20 Den Geldbeutel hat er mit sich genommen;
erst am Vollmondstage kehrt er wieder heim!
21 Durch ihr eifriges Zureden verführte sie ihn,
riß ihn fort durch ihre glatten Lippen.
22 Er folgt ihr plötzlich nach
wie ein Stier, der zur Schlachtbank geführt wird,
und wie ein Hirsch, der ins Netz rennt,
23 bis ihm der Pfeil die Leber spaltet;
wie ein Vogel zur Schlinge eilt
und weiß nicht, daß es sein Leben gilt.

24 Nun denn, ihr Söhne, gehorcht mir
und merkt auf die Reden meines Mundes.
25 Laß dein Herz nicht abbiegen zu ihren Wegen,
verirre dich nicht auf ihre Steige.
26 Denn viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt hat,
und zahlreich sind, die sie alle gemordet hat.
27 Voller Wege zur Unterwelt ist ihr Haus,
die hinabführen zu des Todes Kammern.